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Band VII

Findet den, der sprechet wahr,
im Basar der Stadt Fasar.
Erfüllt des Träumers Visionen,
er wird euch sicher führen,
lebendigen Stein zu berühren,
tief im Sand der Aeonen.

Rosentempel

Spiegel-Bestseller

Fasar mit seinen Basaren, seinen Karawansereien, den Türmen, zwischen denen sich Brücken spannen, damit die Füße der Erhabenen niemals den Staub der Straßen berühren müssen – dieses hochehrwürdige Fasar ist die älteste Stadt der Menschen in Aventurien.

Phileasson VII: Rosentempel

Doch die Menschen sind nicht die Ersten, die prächtige Bauten auf Aventuriens Boden errichteten. Abdul el Mazar weiß von den untergegangenen Reichen der Echsen, deren unaussprechliche Gräuel in einen Strudel aus Finsternis führten. Ihr Untergang sollte den Heutigen Mahnung sein, vor Mächten zurückzuschrecken, die sie nicht zu verstehen vermögen, weil sie ihre Kraft aus der Dunkelheit zwischen den Sternen ziehen. Aber Abduls Verstand ist selten klar genug, um seine Gefährten warnen zu können ...

Die Propheten in Fasars Straßen dagegen geizen nicht mit Warnungen, die sie ihren Zuhörern zurufen. Doch welcher von ihnen spricht die Wahrheit inmitten derer, deren Sorge vor allem den Münzen in ihrer Schale gilt?

Die Drachenführer begeben sich inmitten der brodelnden Gassen auf die Suche nach der Vision eines Träumers, die sie ihrer eigenen Sehnsucht näher bringen soll: König der Meere zu werden. Bald erkennen sie, dass zu diesen Meeren auch das große Meer aus Sand gehört, in dem die Dünen einem trockenen Ozean gleichen, der in jeder Richtung bis zum Horizont reicht: die gnadenlose Khôm.


Literaturschock

Die Rosentempel-Leserunde sammelt sich diesmal bei Literaturschock. Bei diesem Roman können wir die Leserunde leider nicht wie gewohnt begleiten, aber sicherlich wird der Austausch unter den Leserinnen und Lesern wieder sehr interessant. Am 12. April heißt es »Leinen los!«.


Aus dem Schaffensprozess

Bernhard Hennen

Manchmal kommt es als Autor zu einem überraschenden Wiedersehen mit alten Bekannten. Auf gewisse Weise ist dies der Grundtenor der ganzen Phileasson-Saga, basieren die Romane doch auf den Rollenspielabenteuern, die ich vor mehr als einem Vierteljahrhundert geschrieben habe, doch dieses Mal gab es noch darüber hinaus Begegnungen – und das dank der sehr gründlichen Vorbereitung von Robert.

Bernhard Hennen

Noch vor Beginn der Arbeit hatte er meine drei alten Romane aus dem Drei Nächte in Fasar-Zyklus (neu aufgelegt als Rabensturm) gelesen: Der Tanz der Rose, Die Ränke des Raben und Das Reich der Rache. Die Handlung der Bücher beginnt wenige Wochen nachdem die beiden Ottajaskos von Beorn und Phileasson das Land der Ersten Sonne bereisen. Und so konnte Robert den Versuchungen nicht widerstehen – der bezaubernden Tänzerin Melikae, ihrem Vater Abu Feisal ben Hussein, dem Leibwächter der beiden, Fendal Ognisson (ja, ich hatte schon immer eine Vorliebe für Thorwaler), und dem rätselhaften Elfen Gwenselah, der zum Volk der Shiannafeya gehört, dem auch bereits Lailath entstammte. Und ich muss sagen, Robert hat die etwas delikate Aufgabe gut gelöst, ist es doch nicht leicht, die Romanfiguren anderer weiterzuschreiben. Und so durfte ich noch einmal dem Ensemble aus Drei Nächte in Fasar begegnen, wobei ich gleich die Gelegenheit nutzte, schon im Prolog, die Geschichte um Gwenselah noch etwas weiterzuspinnen.

Dieses Mal ist der Prolog wieder einer der prominenten Figuren aus den beiden Ottajaskos gewidmet: Galayne. Es wird deutlich, wer und was er ist. Die Andeutungen aus den ersten sechs Romanen fügen sich zu einer Geschichte. Galayne ist ein Geschöpf Pardonas, was nicht heißt, dass er keinen eigenen Willen besäße. Wir erleben, was die Verbannung in den lichtlosen Abgrund der Tiefsee mit ihm macht. Wir werden Zeugen seiner Lebenslust und wie er in einen anderen Abgrund stürzt. Düster, facettenreich und nach wie vor geheimnisvoll.

In meinem Leben habe ich mehrere Reisen in die Wüste gemacht. Ich habe in den Ruinen des antiken Palmyra einen Sandsturm erlebt, bin durch die Basare von Aleppo und Damaskus geschlendert, habe als Archäologe für Touristen nicht zugängliche Gräber voller Tiermumien gesehen … Ich liebe den Orient. Eine Liebe, die man, so glaube ich, schon meinem frühen Roman-Zyklus Drei Nächte in Fasar anmerkt. Und nun ging es schreibend zurück in den »Orient Aventuriens«. In die wunderbaren Städte Zorgan und Fasar und dann in die Weiten der Wüste Khôm. Eine Gelegenheit, sich als Autor an Klischees und Wirklichkeiten abzuarbeiten. Und das haben Robert und ich wieder einmal gründlich getan.

Den Roman zu schreiben war eine dreimonatige Tour de Force. Für mich endete sie eine halbe Stunde vor Beginn des Silvesteressens mit der Familie, nachdem ich Weihnachten und fast alle Wochenenden zuvor am Computer verbracht habe. Eine verpasste Leserunde und eine verärgerte Familie waren der Preis. Auch auf Facebook bin ich für Wochen unsichtbar geworden.

Mit dem Resultat bin ich jedoch mehr als zufrieden. Rosentempel ist ein großartiges Buch geworden. Vielleicht das bislang atmosphärischste in der Reihe. Doch 2019 werde ich etwas kürzer treten.

Bernhard Hennen in der Wüste      Robert Corvus in der Wüste

Robert Corvus

Es war wohl zu Beginn der 2000er-Jahre, vielleicht sogar schon Ende der 1990er, als ich Der Tanz der Rose las. Tausendundeine Nacht in Aventurien – komplett mit einem Märchenerzähler, der im Basar der Stadt Fasar den Händlern, Straßenjungen und zufälligen Passanten von einer Tänzerin und einem Löwen mit schwarzer Mähne, einem Sklaven und einem Handelsherrn erzählt. Und natürlich von einem Thorwaler und einem coolen Elfen. Eine Geschichte mit verzauberter Atmosphäre, in der man den Staub der Wüste schmecken und den Duft des Orients riechen kann.

Robert Corvus

Damals war mir noch nicht bewusst, wie eng diese Erzählung mit der Phileasson-Saga verwoben ist. Als ich sie später, in der Neuauflage Rabensturm, erneut las, fiel mir auf, dass sogar Beorn und Phileasson darin auftauchen – wenn auch nur angedeutet. Dass ich Rabensturm als elektronische Fahne vom Heyne-Verlag gestellt bekam, ermöglichte mir, gezielt nach Hinweisen auf die Figuren zu suchen, die mir so gut gefallen haben. Wie alt ist Abu Feisal, welche Kleidung trägt Gwenselah? War er dabei, als die heiligen Artefakte seines Volkes … doch halt! Ich will nicht vorgreifen.

Jedenfalls nutzte ich die Reise der Drachenführer durch das Land der Ersten Sonne gern, um den Heldinnen und Helden aus Drei Nächte in Fasar eine Rückkehr in die Herzen der Leserschaft zu ermöglichen. Wer sich für ihr weiteres Schicksal interessiert, wird in Bernhards frühen Romanen fündig. Wer diese schon kennt, wird sicher ein wenig schmunzeln, wenn er die alten Bekannten wiedertrifft. Und Bernhards Prolog wird ihn sicher überraschen, knüpft er doch eine weitere Verbindung zwischen der Phileasson-Saga und Drei Nächte in Fasar.

Phileassons und Beorns Route im siebten Roman

Zorgan Fasar Alam-Terekh El'Ankhra Khunchom Khôm Sargassomeer

Fasar, die Stadt von eintausendundeinem Rausch (dem aventurischen Äquivalent zu den bekannten Orient-Märchen), bot auch die Möglichkeit für eine kurze Reverenz an Im Schatten der Dornrose, meinen zweiten Aventurien-Roman. Hier wie dort sucht man den Rausch nicht nur auf sicheren Pfaden. Ich ließ den Feuerschlick noch einmal kurz auftauchen, aus dem sich eine gefährliche Droge gewinnen lässt.

Der Rausch ist auch die Domäne der Shanja Rashanja, der Hochgeweihten der Rahja. Andernorts steht diese Göttin für Pferde und Wein, Lust und Liebe. In Fasar verehrt man sie in der Inkarnation der Radscha Uschtammar, mit vier Armen, vier Brüsten und ständig erigiertem Gemächt. Ihre Hochgeweihte steht nicht für sanfte Zärtlichkeit, sondern für mystische Ekstase. Und sie zählt zu den Erhabenen Fasars, deren Türme die Stadt überragen, und die allein befugt sind, auf den Brückenstraßen zu wandeln, die sich zwischen ihnen spannen, hoch über dem Staub, in dem das einfache Volk lebt.

In diesem Staub suchen Phileasson und Beorn nach dem Einen, der wahr spricht im Basar der Stadt Fasar. Doch nichts geschieht in Fasar ohne das Wohlwollen der Erhabenen, und so kreuzen sich die Pfade des Foggwulfs und der Shanja Rashanja.

Deren Leibwache rekrutiert sich aus Ferkinas, Angehörigen eines der wildesten Völker Aventuriens. Sie lieben Rausch, Gewalt – und Pferde. Mit einem Ross aus der Zucht der Ferkinas mag man gute Karten haben bei dem Pferderennen, das Fasar in Atem hält …

Aber nicht jeder ist glücklich im Stamm. Azrubat etwa teilt die Wildheit der Männer, aber nicht ihre Freiheit. Von einem Mann geraubt, den sie verachtet, zerrt sie an ihren Fesseln. Ob die Unruhe, die die Ankunft des legendären Foggwulfs auslöst, ihr dabei helfen kann, sie zu zerreißen?

Doch Rosentempel spielt nicht nur in Fasar. Phileassons Geschichte beginnt in Khunchom – oder sie kehrt nach Khunchom zurück. Schon einmal war er in der weißen Stadt am Perlenmeer, und sein Herz empfing eine tiefe Wunde. Jetzt steht er wieder im Tempel der neun Flüsse. Aber findet der große Entdecker den Mut, seinen Schild zu senken und sich verletzlich zu machen? Seine Seele erneut dem Schmerz der Vergangenheit auszusetzen – in der Hoffnung, ihn in Freude zu wandeln?

Und natürlich, wie das Titelbild erwarten lässt, wird die Reise auch über Fasar hinausführen. Wer König der Meere genannt werden will, muss sich auch dem Meer aus Hitze, Stein und Sand stellen: der gnadenlosen Khôm.

Wie man sieht, fließen Elemente aus der aventurischen Hintergrundbeschreibung – Radscha Uschtammar, die Kultur der Ferkinas und die Erhabenen, die Oasen der Khôm und der Efferdtempel in Khunchom – mit der Geschichte der Wettfahrt um den Titel König der Meere ebenso zusammen wie mit den Träumen und Ängsten unserer Figuren. So ist es bei diesem Projekt immer: Die Abenteuerkampagne aus den 1990ern hat ihre Spuren in den Kulturbeschreibungen hinterlassen. Diese wurden von vielen Fans und Redakteuren von Das schwarze Auge ausdetailliert. Und diese Details sind wiederum Inspiration für unsere Romane. Hin und her zischt der Webfaden, und immer dichter und schöner wird der Teppich.

Im Fall von Rosentempel ist es ein fliegender Teppich, der unsere Leserschaft in ein ganz besonderes Abenteuer trägt – in ein Märchen aus tausendundeinem Rausch …


Totenmeer

Elfenkrieg