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Band I

Nordwärts

Die Reise beginnt in Thorwal, wo die Oberste Hetfrau den Titel König der Meere für den Sieger einer Wettfahrt rund um den Kontinent Aventurien auslobt. Die alten Rivalen Asleif Foggwulf Phileasson und Beorn der Blender sammeln ihre Recken, holen ihre Drachenboote aus dem Winterhafen und treten zu einem Wettkampf an, der schon bei seinem Beginn eine Legende ist.

Phileasson I: Nordwärts

Doch wer sind die Gefährten des größten Entdeckers und des gefürchtetsten Plünderfahrers ihrer Zeit? Das ist ein wesentliches Thema, dem sich der Auftaktband der Serie widmet. Ein ausführlicher Prolog stellt unter dramatischen Umständen einige Jungmannen vor, die ein Jahrzehnt später an den Riemen sitzen werden. Thorwal, das raue Land am Meer der Sieben Winde und Heimat der Recken, ist der Ort, an dem die Saga ihren Anfang nimmt. Zur Wintersonnenwende findet hier das große Hjalding statt, bei dem sich die Anführer beraten. Die einfachen Thorwaler verbringen die langen Nächte in ihren Langhäusern, wo das Licht der Feuergruben die Gesichter der Zuhörer bescheint, wenn sie den Geschichten der Skalden lauschen.

Eine Reise, die in achtzig Wochen um die bekannte Welt führen soll und auf der zwölf Aufgaben die Helden erwarten, will gründlich vorbereitet sein. Die Drachenschiffe werden bereit gemacht, die Besatzungen ausgewählt – an Anwärtern herrscht kein Mangel, denn wer würde den unsterblichen Ruhm ausschlagen, der jedem winkt, der sich einer solchen Herausforderung stellt?

Es geht nach Norden, in Gewässer, die der Winter noch fest im Griff hat. Die Eisberge brechen Planken wie Streichhölzer, der Frost lässt den Atem gefrieren, und im ewigen Weiß wohnen Wesen, die nicht gerade als gastfreundlich gelten. Schon ihre erste Aufgabe fordert von den Wettkämpfern, so weit vorzudringen, dass nur die Aufzeichnungen des Entdeckers Arjolf Hilfestellungen geben können. Doch sein Bericht könnte erfunden sein – und falls nicht, ist er vor allem Eines: eine Mahnung zu äußerster Vorsicht ...


Nordwärts-Leserunde

In der Nordwärts-Leserunde diskutierte etwa ein Dutzend Leserinnen und Leser über den Roman. Wir Autoren haben das begleitet, Anmerkungen eingestreut und Fragen beantwortet. Auch im Nachhinein ist das eine spannende Lektüre, an der sich überprüfen lässt, ob das eigene Leseerlebnis einmalig ist – oder andere im jeweiligen Abschnitt des Buchs dieselben Gedanken beschäftigten.


Auf der Buchseite des Heyne Verlags findet man weitere Informationen und eine pdf-Leseprobe.

Aus dem Schaffensprozess

Bernhard Hennen

Bernhard Hennen

Nachdem ich vor mehr als zehn Jahren Köln verlassen hatte, führte mich die Arbeit an den Phileasson-Romanen wieder in meine alte Heimat zurück. Robert wohnt nur knapp zweihundert Meter Luftlinie von jenem Zimmer entfernt, in dem fast alle Testspiele zur Kampagne stattfanden.

Etwa alle zwei Wochen treffen wir uns dort zum Plausch bei Bananensaft und arbeiten gemeinsam an den Texten, die in den verstrichenen vierzehn Tagen entstanden sind. Wir haben die Figuren untereinander aufgeteilt. Jeder bedient festgelegte Erzählperspektiven.

Meine größte Sorge zu Beginn des Projektes bestand darin, dass unser Erzählton zu unterschiedlich sein könnte. Obwohl ich bereits einige Bücher von Robert kannte und hoffte, dass wir ähnlich genug klingen, zeigt sich dies letztlich erst in der Praxis. Und die Praxis lief sehr gut. Der abschließende Test war die Lektorin, der wir nicht verraten haben, wer welche Abschnitte geschrieben hatte und die nicht feststellen konnte, was von wem stammte 😊. Dieses Experiment war also geglückt.

Nun kommt der große Feldtest und ich bin sehr gespannt auf die Stimmen der Leserinnen und Leser.


Robert Corvus

Für mich stand am Beginn der Arbeit ein genaues Studium der Phileasson-Saga. Damit meine ich die Rollenspielkampagne und ihr Umfeld, das in Form von Regionalspielhilfen und Regelwerken beschrieben ist.

Robert Corvus

Generationen von Spielerhelden haben Phileasson auf die große Fahrt begleitet, in dreißig Jahren hat sich auch das Verständnis der Spielwelt mit dem Hauptkontinent Aventurien gewandelt. Eine enorme Detailfülle sammelte sich an und fand ihren Niederschlag in den Hintergrundbänden, einzelne Elemente wurden auch verworfen. Sogar die Abenteuer selbst erhielten eine grundsätzliche Überarbeitung, wobei die Erfahrungen der Spielgruppen einflossen, damit Phileassons Fahrt noch spannender, noch epischer, noch geheimnisumwitterter wurde. Im Internet gibt es Spielberichte, die auf Tücken der Geschichte hinweisen und besondere Kniffe verraten. All das habe ich sorgsam und mit Vergnügen studiert, auch wenn ich nicht alles verwenden konnte.

Phileasson_I_Route

Arjolfsspitze Knorren Heiligtum der alten Götter Die Insel der Schneeschrate Olport Schlangeninsel Insel Manrek Stadt Thorwal Dorf Stainakr

Denn ein Roman ist immer auch eine Überführung des ›so könnte es sein‹ in das ›so ist es‹. Wen heißt der Foggwulf in seiner Ottajasko willkommen, wen lässt er zurück? In welche Fallen tappt er, welche Gefahren kann er umschiffen? Wer bewährt sich im Sturm, wer geht über Bord? Welches sind die ersten Worte, die Phileasson spricht, als er die Queste akzeptiert, und was hält er wirklich von Beorn, seinem Erzrivalen? – Auf solche Fragen gibt ein Roman Antworten, wo ein Abenteuerspielheft viele Möglichkeiten offenlässt.

Ich erinnere mich an den Berg von Notizen und Quellenmaterial in meiner Küche, als Bernhard mich das erste Mal besuchte. Es ging um sehr grundlegende Fragen: Sollten wir die Götter Alverans persönlich auftreten lassen? Wer würden unsere Protagonisten sein? Wie würden wir ansetzen, aus welcher Richtung konnte man die Leser am besten an das gewaltige Abenteuer heranführen? Welchen Grundton wollten wir mit der Saga anschlagen? Schnell kamen wir zu Einzelheiten, Detailfragen, überlegten, auf welche Weise wir den geheimnisvollen Galayne am besten auftauchen lassen könnten und welche Waffe der Ritter, den wir Phileasson an die Seite stellen wollten, schwingen sollte. Wir griffen auch weit voraus, bis zum Ende der Saga, und diskutierten, ob die Aufteilung der Romane in diesem Bereich vielleicht vom Schnitt der Abenteuer abweichen könnte.

Die wohl größte Überraschung für mich war der Grad der Übereinstimmung, die Bernhard und mich in schriftstellerischer Hinsicht verbindet. Das erhärtete sich auch bei den späteren Treffen. Wir konnten gemeinsam dreißig Minuten vor dem Bildschirm sitzen und über eine einzelne Formulierung grübeln – und waren beide sehr gelöster Stimmung, wenn wir diejenige gefunden hatten, die uns beiden zusagte. Unabhängig davon, wer welche Szene beigesteuert hatte, wurde der gesamte Text dadurch unser Gemeinschaftswerk. Es gibt keinen Satz, kein Wort, das nicht unser beider Segen hätte.

Wer Bernhards Romane kennt, kann sich leicht denken, dass ich in dieser Zusammenarbeit eine Menge neuer Kniffe und Feinheiten dazu gelernt habe, wie man eine stimmungsvolle Atmosphäre erzeugt.